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"Coronakrise": Der schmale Grat zwischen Wachsamkeit und neuen Chancen

Betty Baloo am Mo., 16.03.2020 - 10:22

Es berührt mich so Vieles, nicht erst gestern und heute, sondern schon eine ganze Weile. Beinahe täglich gibt es Nachrichten über Aggression, Leid und Tod auf der ganzen Welt. Derzeit quillt das Wort Corona täglich aus unseren Mündern und Angst macht sich breit, dass es nicht auch von unseren Schleimhäuten aufgenommen wird. Ins Hirn jedenfalls hat es sich schon ein wenig hineingeschraubt, was die vielen Postings auf "Social Media" beweisen.

Ein gefundenes Fressen, für die hinter sicheren Bildschirmen sitzenden User Ihre verschiedenen Meinungen in die Menge zu brüllen und andere damit anzustecken. Das Repertoire ist groß und in einem schlanken Artikel gar nicht wiederzugeben, reicht aber von der Vorhersehung, Verharmlosung, Beginn des nächsten Weltkriegs, Weltuntergang, Panikmache bis zu Machtmissbrauch durch Politiker*innen.

Und jetzt gebe ich auch noch meinen sprichwörtlichen Senf dazu, wenn ich sage, dass ich glaube, dass alle Faktoren ein wenig zutreffen. Es gibt nämlich nicht nur schwarz und weiß auf dieser Welt. Alles hängt doch irgendwie zusammen. Selbst in einem Fach für Gesundheit ausgebildet, kann sich ein einzelner Organismus nicht wohl fühlen, wenn er nur an einer einzigen Stelle krank ist. Nehmen wir nur so etwas Harmloses wie Zahnweh zum Beispiel. Zahnschmerzen lassen einen nicht schlafen, nicht denken, man fühlt sich unwohl, kann nichts machen und es geht einem bis runter zu den Zehen nicht gut.

Dieses Virus ist für mich ein Spiegel wie gesund die ganze Welt ist. Wir Menschen sind überheblich geworden und wollen das nicht sehen. Die Regierungen sind überheblich geworden und machen uns Glauben, dass ohnehin alles in Ordnung ist. Wir sind getrieben von Raffgier und Besitz haben wollen, sei es nur für eine kurze Zeit, Hauptsache in, schick und angesagt.  Wir quälen für diese kurze Zeit des Gebrauchs Mutter Erde, die Natur und Kreaturen (Menschen und Tiere gleichermaßen). Wir kennen keine Grenzen: nicht in unserem Verhalten und nicht, wenn es darum geht in irgendeiner Weise den Globus zu erobern. Wir erkennen nicht, dass es der Erde und Natur gegenüber Maßhaltung und Respekt braucht (siehe dazu meine Aktion "Breastfeeding" 2012), damit sie uns weiter gesund halten und ernähren kann. Anstatt etwas mit Ehrfurcht zu empfangen und zu genießen, flitzen wir und die Güter unseres Lebens in Windeseile um den Globus, verbrauchen dabei über Gebühr Ressourcen, hinterlassen unverrottbaren Müll, entwickeln Unverträglichkeiten und verschleppen Krankheiten. Wir lassen zu, dass man uns immer dichter in an Reservate anmutende Wohnbauten stopft, während gleichzeitig unser psychisch und physisch gesund machender Grünraum für Konzernprojekte immer kleiner wird und ein Innehalten beinahe nur mehr dann möglich ist, wenn man sich gleichzeitig dem Konsum verpflichtet.

Und dann wundern wir uns, dass wir uns - von oben verordnet - auf einmal fast auf Null einschränken müssen.

Dann hagelt es für alle noch mehr Regeln, Vorschriften und Gesetze von autorisierter Stelle. Natürlich sind auch diese Vorschriften zu hinterfragen, denn wie leicht könnte man die Gesetze zum Anlass nehmen, die Menschen mit einem Schlag in ihren Rechten auf Dauer zu beschneiden, sie ihrer Autonomie Stück für Stück zu berauben und unfrei zu machen. Der Philosoph Giorgio Agamben, ein Schüler von Hannah Arendt, meinte dazu schon vor Jahren: "Die Macht hat der, der über den eigenen Ausnahmezustand verfügt!"

Im eigenen Interesse ist deshalb jeder und jede Einzelne von uns gefordert, Wachsamkeit zu beweisen, im Sinne der Aufklärung Vorgefertigtes zu hinterfragen und das eigene Leben so zu gestalten, dass es dem Nächsten nicht schadet. Wie ich bereits 2012 gesagt habe bin ich fest davon überzeugt, dass es mir nämlich nur so gut geht, wie meinen Nachbarn auch! Das selbe gilt natürlich auch für Dich und Deine Nachbarn!

Ich sehe die unsichtbare Gefahr für uns alle als Chance zu einem Neuanfang, denn so wie es war kann es einfach nicht mehr weiter gehen! Rücken wir doch (bildlich gesehen) etwas zusammen, bevor wir auseinanderrücken müssen!

Ich umarme Euch und schick' Euch ein Busserl! Keine Angst es ist nur ein Kokos-Busserl!

Bilder
Man muss sich manchmal zurückziehen, um konkret über etwas nachdenken zu können.